Mit Rad und Fred durch‘s Lahntal (1. Tag)

Einmal im Fluss ging es vom 02. bis zum 05. Oktober wieder auf Tour. Nach der Ruhr vor knapp einem Monat zog es mich nun an die Lahn. Von der Quelle bis an die Mündung in den Rhein bei Lahnstein und dann weiter nach Koblenz. Aber ich sollte nicht allein unterwegs sein, denn eine YouTube-Bekanntschaft plante zur gleichen Zeit eine Tour von Aachen nach Münster. Ursprünglich wollten wir ein Stück zusammen radeln, wo er hier durch meinen Wohnort gekommen wäre. Aber wir bekamen unsere Zeitpläne nicht übereinander. Kurzerhand plante er um und wir verabredeten uns am Startpunkt der Lahntour.

Zugfahrt nach Hilchenbach-Lützel war schneller gebucht als gefahren. Um 0350 Uhr rappelte der Wecker ⏰, denn um 0558 Uhr stand meine S-Bahn am Gleis. Geduscht, Reste gepackt und am Rad verstaut – mal alles wieder auf dem letzten Drücker. Mit minimalem Vorsprung habe ich den Bahnhof und den Bahnsteig erreicht – ohne Kaffee ☕️. Wie kann es werden, wenn selbst dafür keine Zeit war ??? Schließlich ist Kaffee – genau – die wichtigste Mahlzeit am Tag.

Erstes Umsteigen in Essen am Hauptbahnhof. Vier Minuten Umsteigezeit. Im Handy habe es keine Meldung vom DB Navigator über Verspätungen oder Änderungen. In Windeseile runter vom Ankunfts- rauf auf den Abfahrtsbahnsteig und Entsetzen. Heute mal von einem anderen Bahnsteig – klasse. Die Zeit wurde von Sekunde zu Sekunde knapper. Runter von Gleis 2 und ab zu Gleis 5. Mhhh – in der Schule habe ich gelernt, dass 5 zwischen 4 und 6 zu suchen sei. Aber auf dem Bahnsteig angekommen sah ich nur eine 4 und eine 6 an der Anzeige. Keine 5 weit und breit. Schnell ahnte ich, dass es ein Zwischengleis entweder am oberen oder unteren Ende sein müsste. Links oder rechts, dass ist hier die Frage. Eine wartende und ortskundige Bahnreisende half mir bei dieser Richtungsentscheidung weiter. Gefühlt kurz vor Bochum habe ich dieses ominöse fünfte Gleis erreicht und – nix. Kein Zug zu sehen. Nur ein Reisender, der ebenfalls Opfer dieser morgendlichen Schnitzeljagd wurde. Aber hatte noch die Rücklichter gesehen. Nächster Zug – eine Stunde später und zur Abwechslung mal von einem weiteren Gleis. Wieder runter und erstmal einen Kaffee organisiert, denn nun hatte ich Zeit, sehr viel Zeit. Zeit zum Frühstücken.

Aber da es für den Rest der Welt doch noch sehr früh war, habe ich Fred nur per Mail und SMS über meine Verspätung informiert. Er hat bereits am Vortag Quartier in der Nähe des Startortes bezogen, denn er was bis dahin schon rund 100 Kilometer geradelt. Wollte Ihn nicht per Telefonat aus dem Schlaf holen, nur um zu sagen, er könne sich wieder hinlegen. Schließlich bin ich ja ein netter Kerl 😉.

Fred, ja dass war (und ist noch immer) der Name meiner Begleitung für die kommenden vier Tage. Hier bei WordPress ist er 50 Prozent der „bikexxs – Die Inselradler“ und bei YouTube unter „Fred Riedel“ zu finden. Und genau über diese Plattformen kannten wir und bis dato. Schon zum ersten Aufeinandertreffen sollte ich zu spät kommen, dass fing ja gut an.

Fred mit seiner Partnerin Bettina

Die weitere Anreise gestaltete sich doch recht unspektakulär. Am Umsteigebahnhof Kreuztal hatte ich schon 275 Höhenmeter erledigt, war gar nicht schwer. Mittlerweile dreieinhalb Stunden nach Abfahrt stieg Fred zu. Noch drei Stationen weiter und wir wären am Start. Zeit uns gebührend zu begrüßen. Die Chemie stimmte auf Anhieb und die Vorfreude auf die gemeinsame Tour wuchs von Schwelle zu Schwelle.

Hilchenbach-Lützel – raus aus dem Zug und rauf auf‘s Rad. Notiz am Rande: ich war vor Jahrzehnten mal hier im Schullandheim. Das Jugendhaus gibt es sogar noch, aber dafür war nun dank der DB keine Zeit. Da hier auch der Eder- und auch der Siegradweg seinen Ursprung hat, wird es in Zukunft noch mal eine Gelegenheit zur Zeitreise ergeben.

Unser Weg zur Lahnquelle führte uns zunächst zur Eder- und dann zur Siegquelle. Unterschiedlicher könnten die Quellen nicht sein. Die Eder entspringt in einem kleinen Rinnsal, die Sieg entströmt aus einer aufgeschichteten Mauer und die Lahn in einem Quellteich. Fälschlicherweise hielten wir eine Pfütze hinter einer Schautafel für die Quelle – Mega culpa und möge sie es uns verzeihen.

Von dem Teich, aus dem die Lahn abfließt, sind es nun 250 Kilometer bis zum Rhein. Ca. 15 hatten wir schon hinter uns gebracht. Rauf und runter und wieder rauf. Unser Tagesziel nach 82 Kilometern sollte der Campingplatz in Marburg sei. Bis spätestens 17 Uhr wollen wir dort sein, damit wir die Zelte im hellen aufbauen und auch bei Restlicht kochen könnten. In einem kleinen Einkaufsladen Marke „Tante Emma“ besorgten wir uns eine Erfrischung und ein kleines Fläschchen Rotwein. Wettertechnisch zeigte sich der Herbst von seiner wechselhaften Seite. Wir kamen gut voran und die Strecke war gut ausgeschildert und führte unter anderem durch die Natur des Rothaargebirges. Wer mehr von der Strecke erfahren möchte, der muss sich bis zur Fertigstellung der Videos gedulden.

Um ganz kurz vor 1800 Uhr erreichten wir den Campingplatz in Marburg. Schnell angemeldet und sofort ans Wigwam aufstellen gemacht. Leider war die Zeltwiese am Ende des Platzes und etwas weiter von den Sanitäranlagen weg. Dafür gab es einen überdachten Platz mit Bierzeltgarnituren zum Kochen im Trockenen. Es war eine Premiere für das Vango F10 Helium 2 und die große Klymitt Luftmatratze.

Bei mir gab es die obligatorischen Nudeln mit Schweinefleisch aus der Dose an gehackten Tomaten. Das Dosenfleisch verhält sich in etwa wie Hackfleisch nur in haltbar. Fred hatte Thunfisch anstelle der Fleischeinlage. Weil wir auf dem Platz kein Bier erstehen konnten, stießen wir mit Rotwein auf unsere erste gemeinsam abgekurbelte Etappe an. Gespült und ab in die Penntüte.

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