So ein Tag …

… so wunderschön wie dieser – der endete im Chaos đŸ˜±

Aber mal von Anfang an: Schon seit LĂ€ngerem hatte ich eine Idee fĂŒr eine Tour. Alles war minutiös geplant und vorbereitet. Mit dem Nahverkehrszug nach Arnheim in den Niederlanden. Von dort sollte es eine Rundtour in dem einstigen Gebiet der Alliierten Operation „Market Garden“ zwischen Arnheim und Nimwegen werden. Der Film „Die BrĂŒcke von Arnheim“ mit Starbesetzung und die NĂ€he zum realen Ort des Geschehens hat mich seit jeher interessiert. Auch mein Touressen war an die Region angepasst.

Lutz, ein Radelfreund und mittlerweile in Duisburg zuhause, wollte mich begleiten. So trafen wir uns am S-Bahnhof in meinem Heimatdorf, um dann erstmal einen Kaffee in einer örtlichen BĂ€ckerei zu genießen. Mit einem 24 Stunden Bahnticket fĂŒr 2 Personen und 2 RĂ€der ging es in eineinhalb Stunden nach Arnheim.

Kaum vom Bahnsteig herunter wussten wir, dass wir im Radfahrerparadies gelandet sind. Wahnsinn, wir harmonisch hier Rad und Auto sich die FlĂ€chen teilen und man sicher auf fĂŒr unsere VerhĂ€ltnisse unvorstellbar breiten und markierten Wegen durch die Stadt bewegt.

Auch ĂŒber Land spielen die Radwege in den Niederlanden in einer ganz anderen Liga. Und wo sich Rad und Auto die Wege teilen, da sind hĂ€ufig Fahrradstraßen. Das Miteinander kann also funktionieren, wenn man nur will. Dazu mehr in dem Tourvideo, welches demnĂ€chst auf meinem YouTube-Kanal zu sehen sein wird.

Nach der berĂŒhmten „BrĂŒcke von Arnheim“ ging es weiter zum „Fort Pannerden“, eines strategisch perfekt gelegenen Fort aus dem Jahre 1872. Zwischen Waal und dem Pannerdens-Kanal. Es war eines der grĂ¶ĂŸten in den Niederlanden.

Weiter durch Natur und am Wasser entlang ging es Richtung Nimwegen. Mit der Personen- und FahrradfĂ€hre „Halve Maan“ hatten wir die zweite FĂ€hrfahrt.

Aber irgendwann kommt der kleine Hunger. An einem schönen Rastplatz mit Seeblick wurde der Trangia ausgepackt und landestypische Frikandeln gebraten. Mit Zwiebeln und Mayo&Ketchup im Hotdogbrötchen einfach nur lecker. Dazu gab‘s Heineken.

FeldkĂŒcke auf niederlĂ€ndisch

In Nimwegen noch eine Erfrischung an der Promenade. Wenn es heiß ist, muss man halt ausreichend trinken.

Wieder am Bahnhof in Arnheim angekommen, waren wir noch arglos. Aber schon schnell folgte ein GefĂŒhl der Ratlosigkeit.

Der Zug fĂ€llt aus – Panik, wie kommen wir nun heim ???
… und es sollte nicht der einzige bleiben.

So langsam waren wir sicher, wir haben ein Problem. Keiner konnte uns Auskunft geben. Ein ICE als Ersatz kam wegen der RĂ€der nicht in Frage. Aber nach bangem warten kam dann doch ein Zug und wir konnten durchatmen.

Es sollte nun doch heimwÀrts gehen.
Wir sind drin

Erleichterung machte sich breit und wir hatten die gute Laune wiedergefunden. Aber nur, um sie wenige Minuten spĂ€ter wieder zu verlieren und damit auch das Vertrauen in den ÖPNV. In Rees-Empel hatte der Zug einen ungewöhnlich langen Stopp eingelegt. Draußen mittlerweile schon dunkel warteten wir auf die Weiterfahrt. Aber dann meldete sich der ZugfĂŒhrer ĂŒber die Sprechanlage: „Wegen eines Polizeieinsatzes ist die Strecke auf unabsehbare Zeit gesperrt. Der Zug fĂ€hrt in KĂŒrze retour nach Arnheim.“

Ratlos schauten Lutz und ich uns an. Was tun ? Vielleicht haben wir eine Chance mit dem Ersatzverkehr oder können die Sperrung umradeln. Also erstmal raus aus dem Zug. Auf dem Bahnsteig fanden wir uns auch mit einer Gruppe junger MĂ€dchen wieder, die ihr bestandenes Abi mit einer Fahrradtour an das Veluweemeer feierten und nun auf dem RĂŒckweg nach DĂŒlmen waren. Sie hatten GlĂŒck und wĂŒrden von den Eltern per Kleinbus mit AnhĂ€nger eingesammelt werden. Wir hatten keine solche Option.

Schon hatten wir uns damit abgefunden, ein Quartier fĂŒr die Nacht suchen zu mĂŒssen und rumtelefoniert. Am Ende hatten wir die Erkenntnis, dass Josef mit seiner Maria und dem Stall mehr GlĂŒck hatten. Wir kassierten nur Absagen.

Vor dem Bahnhof stand aber ein Großraumtaxi und versuchte gestrandete Zugreisende aufzunehmen. Bis zum nĂ€chsten Bahnhof in Wesel sollte es 70 Euro kosten, bis Duisburg 110 Euro. Da eine potentielle Unterkunft auch nicht gĂŒnstiger werden wĂŒrde, machte die Entscheidung leichter. Passten die RĂ€der denn ĂŒberhaupt ins Auto ? Corona sei Dank durften nur weniger Passagiere mit. Also die RĂŒckbank umgeklappt, Lutz baute sein Vorderrad aus und es passte. Eine Dame, die dringend in Duisburg einen Anschluss zur Weiterfahrt bekommen musste, gesellte sich zu uns. Damit reduzierte sich der Preis auf 40 Euro pro Nase – passt. Mit der Uhr im Blick chauffierte uns der junge Fahrer sicher zum Duisburger Hauptbahnhof. Die Dame bekam Ihren Zug und wir ??? Wir besorgten uns erstmal ein Bier đŸ»

Das hatten wir uns redlich verdient đŸ»

Da wir bis zu nĂ€chsten S-Bahn noch Zeit hatten, tranken wir jeder noch ein Bier đŸș .

Noch 3 Stationen
PĂŒnktlich zur Geisterstunde wieder am Ausgangspunkt
Beleuchtung zur Aktion „Night of light“ – schöner Ausklang

3 Kommentare zu „So ein Tag …

Gib deinen ab

    1. Aber der grĂ¶ĂŸte Teil war alkoholfrei. Und an warmen Tagen soll man ja auch viel trinken. Bier ist das leckerste isotonische GetrĂ€nk đŸ„€

      GefÀllt 1 Person

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